Menschen sind nicht gut darin, sich die Auswirkungen von exponentiellem Wachstum vorzustellen. Es gibt keine natürlichen Abwehrmechanismen dagegen, obwohl es durchaus zu einer existenziellen Gefahr werden kann.
Nehmen wir einmal an, die reale Inflation läge bei 7%. Wenn man die Zahl für sich betrachtet, klingt 7% garnicht so bedrohlich. Aber zehn Perioden a 7% Geldmengenwachstum in einem Währungsraum ergeben rechnerisch eine Halbierung der Kaufkraft (1,07¹⁰ ≈ 1,967). Somit besäße unser Geld eine systemweite Halbwertszeit von 10 Jahren.
Den Effekt wollen wir uns kurz vor Augen führen. In jener Zeit wurde die gesamte Wirtschaftsleistung mit all ihren entsprechenden Wertschöpfungskomponenten auf dem Papier geklont und neu in den Markt geworfen. Nur, dass der Papierklon in Realität nicht existiert. Er war nie mehr als eine Spiegelung. Die naturbedingt schlechte Vorstellungskraft der daraus resultierenden Auswirkungen mag in Teilen die Ruhe der arbeitenden Bevölkerung erklären. Denn die zwingenden Konsequenzen sind rational betrachtet verheerend.
Wie sich diese Konstellation über längere Zeiträume auswirkt, führt die Erzählung vom Josephspfennig vor Augen. Die Bedeutung für Investoren ist gewaltig.
Ein hypothetischer Joseph legte im Jahr 0 einen Pfennig bei einer hypothetischen Bank an. Die Theorie berechnet den Wertzuwachs bei gleichbleibender 5%-iger Rendite ungeachtet der Realität. Im Jahr 1000 hätte er für seinen angelegten Wert, theoretisch, ceteris paribus, 279 Billionen Kilogramm Gold kaufen können. Im Jahr 2020 wäre daraus ein Vermögen erwachsen, das zahlenmäßig im Alltag nicht mehr greifbar ist (0,01 * ( 1 + 0,05)²⁰²⁰ = 63,443e³⁹). Der Barwert läge bei 63'443'059'922'674'400'000'000'000'000'000'000'000'000 CHF. Praktisch, auf den modernen Goldpreis umgerechnet (56'205 CHF pro Kg Gold angenommen), wäre dies das Gewicht unserer Sonne in purem Gold mal 567'506, wenn es denn so viel Gold gäbe, ceteris paribus.
Der Josephspfennig verdeutlicht die Macht des Zinseszinseffekts. Im Fall von Sparguthaben und fairer Fiskalpolitik kann sich das sehr positiv auswirken. Aber im Fall von Inflation wirkt dieser Zinseszinseffekt leider gegen unsere Kaufkraft.
Besonders wenn wir langfristige Strategieentscheidungen treffen, ist es hilfreich sich dieser Mechanik bewusst zu sein. Bei Kapitos haben wir in den letzten Jahren unsere Beratung von Unternehmern und Privatiers auf Vermögensschutz angepasst. Dabei ist ein Arsenal an Methoden zum Kaufkrafterhalt und Zinsschutz entstanden. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung (https://indimax.de/vermoegensschutz-kontakt).
Oder informieren Sie sich selbst, warum es sich lohnen kann, das Jahr 2023 nicht ungeschützt auslaufen zu lassen (Wie schützen sich Hauseigentümer noch vor dem Jahreswechsel?).
Man sieht sich am anderen Ende des Tunnels. Viel Erfolg!
Max